Finanzmarktkommentar von Dr. Manuel Steinbrink, Ökonom der apoBank | 03.04.2025

Trump erklärt dem Welthandel den Krieg
Auf einen Blick
- US-Präsident Trump macht aus dem Handelskonflikt einen globalen Handelskrieg
- An den Märkten sorgen die Zollpläne für Verunsicherung und Kursverluste bei Risk-Assets
- Wir reduzieren unsere Aktienquote weiter, insbesondere in den USA und Europa
- Zudem reduzieren wir Risiken im Rentensegment
US-Präsident Trump holt zum Zollschlag aus
Im idyllischen Ambiente des Rosengartens des Weißen Hauses ist US-Präsident Trump am Mittwoch zum handelspolitischen Angriff übergegangen. Einen Mindestzoll von 10 % auf Einfuhren in die USA und zusätzliche länderspezifische Zölle (reziproke Zölle), die insbesondere die großen Handelspartner der USA treffen, feierte Trump als den Befreiungsschlag für seine Bestrebungen, die US-Wirtschaft zukünftig unabhängiger vom Welthandel zu machen und die nach seiner Einschätzung unfaire Behandlung der USA zu beenden.
Mit den angekündigten Maßnahmen, die über unser bisheriges Basisszenario hinausgehen, und auch die Märkte negativ überraschen, hat die US-Politik am Donnerstag die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. In Asien verloren die Märkte bis zu 4 %, und auch in Europa haben die Leitindizes den Tag mit einem deutlichen Minus begonnen. Futures für den US-Markt, der am Nachmittag öffnet, lassen ebenfalls starke Verluste und einen Rückfall ins Korrekturterrain beim Leitindex S&P 500 erwarten. Investoren suchten in erster Reaktion sog. sichere Häfen auf, darunter Staatsanleihen aus den USA und Japan sowie Gold.
Mit den angekündigten Maßnahmen, die über unser bisheriges Basisszenario hinausgehen, und auch die Märkte negativ überraschen, hat die US-Politik am Donnerstag die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. In Asien verloren die Märkte bis zu 4 %, und auch in Europa haben die Leitindizes den Tag mit einem deutlichen Minus begonnen. Futures für den US-Markt, der am Nachmittag öffnet, lassen ebenfalls starke Verluste und einen Rückfall ins Korrekturterrain beim Leitindex S&P 500 erwarten. Investoren suchten in erster Reaktion sog. sichere Häfen auf, darunter Staatsanleihen aus den USA und Japan sowie Gold.
Zölle treffen die USA mehr als die Handelspartner
Folgt den Ankündigungen nun eine rasche Umsetzung, droht der Weltwirtschaft ein deutlicher Wachstumsdämpfer. Dieser trifft die USA selbst besonders stark. Denn eine absehbar stärker steigende Inflation und eine hohe Unsicherheit für die US-Unternehmen, die aufgrund ihrer weitverzweigten Lieferketten unter steigenden Zöllen besonders leiden, werden das Wachstum deutlich schrumpfen lassen. Die Gefahr einer Rezession hat merklich zugenommen. Denn Vergeltungsmaßnahmen der Handelspartner werden wohl schon kurzfristig und in großer Anzahl in die Wege geleitet werden und zusätzlich die US-Wirtschaft belasten.
Doch auch im Euroraum werden die Auswirkungen des angekündigten Zusatzzolls in Höhe von 20 % zu spüren sein. Selbst ein geringes Wachstum in diesem Jahr dürfte nur noch schwerlich erreichbar sein. Deutlich zu leiden haben auch zahlreiche südostasiatische Volkswirtschaften, die in den letzten Jahren zur neuen Heimat von Unternehmen geworden sind, die ihre Produktion aus China wegverlagert haben.
In eine ungünstige Lage hat Trump zudem die US-Notenbank Fed manövriert. Denn ein heftiger Wachstumsdämpfer, der mit einem Wiederanstieg der Inflation einhergeht und die Gefahr einer Stagflation mit sich bringt, schränkt den Spielraum der Notenbank ein, will sie ihrem Mandat, Vollbeschäftigung zu erzielen und die Inflation auf 2 % zu begrenzen, nachgehen.
Wir rechnen damit, dass die Fed in der Abwägung des Zielkonflikts der Konjunkturhilfe den Vorrang geben und trotz des Wiederanstiegs der Inflation die Leitzinsen senken wird. Andere Notenbanken, wie bspw. die EZB, dürften es hingegen leichter haben, ihre Leitzinsen weiter zu senken, da der Inflationsdruck merklich geringer ist.
Doch auch im Euroraum werden die Auswirkungen des angekündigten Zusatzzolls in Höhe von 20 % zu spüren sein. Selbst ein geringes Wachstum in diesem Jahr dürfte nur noch schwerlich erreichbar sein. Deutlich zu leiden haben auch zahlreiche südostasiatische Volkswirtschaften, die in den letzten Jahren zur neuen Heimat von Unternehmen geworden sind, die ihre Produktion aus China wegverlagert haben.
In eine ungünstige Lage hat Trump zudem die US-Notenbank Fed manövriert. Denn ein heftiger Wachstumsdämpfer, der mit einem Wiederanstieg der Inflation einhergeht und die Gefahr einer Stagflation mit sich bringt, schränkt den Spielraum der Notenbank ein, will sie ihrem Mandat, Vollbeschäftigung zu erzielen und die Inflation auf 2 % zu begrenzen, nachgehen.
Wir rechnen damit, dass die Fed in der Abwägung des Zielkonflikts der Konjunkturhilfe den Vorrang geben und trotz des Wiederanstiegs der Inflation die Leitzinsen senken wird. Andere Notenbanken, wie bspw. die EZB, dürften es hingegen leichter haben, ihre Leitzinsen weiter zu senken, da der Inflationsdruck merklich geringer ist.
Unsere Hausmeinung und Strategie: Risiko im Portfolio weiter reduzieren
Wir gehen davon aus, dass infolge des begonnenen Handelskriegs die Aktienmärkte ihre Talfahrt der vergangenen Wochen wieder aufnehmen. Darauf deuten die ersten Marktreaktionen hin. Wir verstärken infolgedessen unser bisheriges Aktienuntergewicht und reduzieren die Aktienquote weiter. Insbesondere Investitionen am US-Markt verringern wir das Exposure und stufen zudem europäische Aktien von einem leichten Übergewicht auf neutral.
Unverändert neutral bleibt unsere Positionierung in den Schwellenländern, die zum Handelsauftakt am Donnerstag die geringsten Verluste verbuchten. Gegen den US-Markt sprechen dabei vor allem drei Aspekte. Zum einen sehen wir die stärkste wirtschaftliche Betroffenheit durch die Zollschranken in den USA selbst. Zudem sorgen die hohen Bewertungen der US-Märkte für eine grundsätzlich höhere Anfälligkeit für Kursverluste. Und schließlich sah sich der US-Markt bereits in den vergangenen Wochen einer Verlustserie gegenüber, die Anleger bewog, verstärkt nach attraktiveren Alternativen außerhalb der USA zu suchen.
Wir reduzieren allerdings das Risiko nicht nur im Aktienportfolio. Auch bei Rentenanlagen schichten wir Anlagen zu Lasten von risikobehafteten Hochzinsanleihen um. Im bisher schwierigen Aktienmarktumfeld in diesem Jahr zeigten sich Unternehmensanleihen vergleichsweise stabil. Trotz leicht ansteigender Risikoaufschläge sorgte eine höhere laufende Rendite im Vergleich zu Staatsanleihen für eine bessere Performance.
Historisch gilt jedoch, dass die Rentenmärkte zumeist den Aktienmärkten hinterherlaufen und erst ab einer Aktienmarktkorrektur von deutlich mehr als 10 % stärker steigende Risikoaufschläge verzeichnen. Eine solche Entwicklung halten wir nun für deutlicher wahrscheinlicher. Daher stufen wir Hochzinsanleihen auf neutral zurück. Infolgedessen erhöhen wir sowohl auf der Aktien- als auch der Rentenseite die Kassenquote.
Unverändert neutral bleibt unsere Positionierung in den Schwellenländern, die zum Handelsauftakt am Donnerstag die geringsten Verluste verbuchten. Gegen den US-Markt sprechen dabei vor allem drei Aspekte. Zum einen sehen wir die stärkste wirtschaftliche Betroffenheit durch die Zollschranken in den USA selbst. Zudem sorgen die hohen Bewertungen der US-Märkte für eine grundsätzlich höhere Anfälligkeit für Kursverluste. Und schließlich sah sich der US-Markt bereits in den vergangenen Wochen einer Verlustserie gegenüber, die Anleger bewog, verstärkt nach attraktiveren Alternativen außerhalb der USA zu suchen.
Wir reduzieren allerdings das Risiko nicht nur im Aktienportfolio. Auch bei Rentenanlagen schichten wir Anlagen zu Lasten von risikobehafteten Hochzinsanleihen um. Im bisher schwierigen Aktienmarktumfeld in diesem Jahr zeigten sich Unternehmensanleihen vergleichsweise stabil. Trotz leicht ansteigender Risikoaufschläge sorgte eine höhere laufende Rendite im Vergleich zu Staatsanleihen für eine bessere Performance.
Historisch gilt jedoch, dass die Rentenmärkte zumeist den Aktienmärkten hinterherlaufen und erst ab einer Aktienmarktkorrektur von deutlich mehr als 10 % stärker steigende Risikoaufschläge verzeichnen. Eine solche Entwicklung halten wir nun für deutlicher wahrscheinlicher. Daher stufen wir Hochzinsanleihen auf neutral zurück. Infolgedessen erhöhen wir sowohl auf der Aktien- als auch der Rentenseite die Kassenquote.
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Diese Publikation ist eine Kundeninformation im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes. Sie stellt keine individuelle Wertpapier-, Vermögens- oder Anlageberatung oder ein Vertragsangebot dar und ist nicht als Empfehlung zu einer bestimmten Geldanlage zu verstehen.
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Diese Publikation ist ausschließlich für Kundinnen und Kunden der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) mit Wohnsitz und Aufenthaltsort in Deutschland bestimmt und dient allein zu Informationszwecken. Sie richtet sich insbesondere nicht an Personen mit Wohnsitz oder Aufenthaltsort in Großbritannien, den USA oder Kanada, auch wenn es sich um Kundinnen und Kunden der apoBank handelt.
Darstellung von Wertentwicklungen
Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers/ Indexes von EURO abweicht.
Disclaimer
Die apoBank wird beaufsichtigt durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main sowie die Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main. Diese Publikation beruht auf von der apoBank nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt die unverbindliche Auffassung der apoBank über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wider. Des Weiteren übernimmt die apoBank keine Haftung für Verluste, die durch die Verteilung und/ oder Verwendung dieser Informationen verursacht werden und/ oder mit der Verwendung dieser Informationen in Zusammenhang stehen. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt.
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